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Geistliches Wort

Juli / August 2022

Jubeln sollen die Bäume des Waldes vor dem HERRN, denn er kommt, um die Erde zu richten.           

1. Chronik 16,33

 

Das Rauschen der Wälder beruhigt. Wenn die Bäume im saftigen Grün stehen, die Sonne durch die Blätter glitzert, ein spürbarer Wind sie erfasst, es rauscht, aber nicht stürmt, dann wirkt das auf uns zumeist irgendwie entspannend. Das tut gut. Vielleicht weil es eine positive Erinnerung an die vielen Jahrtausende in unseren Genen auslöst, die wir unter Bäumen lebten. Vielleicht auch einfach, weil wir der Natur nahe sind. Der Sänger dieses Verses jedenfalls, der Tradition folgend König David selbst, hat sich Bäume vorgestellt, die vor Freude Geräusche machen. Dann, wenn der Herr am jüngsten Tag kommt, um die Erde zu richten.

Die Bäume spenden Schatten, ihr Rauschen beruhigt, sie geben Früchte, Baumaterial, Brennholz, etc. Die Schöpfung ist auf den Menschen hin ausgerichtet, ihm gegeben, sie zu bebauen und zu bewahren, wie es heißt. Doch in diesem Vers ist von dieser Ordnung nichts zu bemerken. Die Bäume jubeln, so wirkt es, aus sich selbst heraus. Und fast möchte man meinen, auch aus der Linderung ihrer Not heraus, die ihnen angetan worden ist. Sie preisen nicht den Menschen, sie preisen Gott in ihrem Rauschen.

Dass die ganze Welt, dass Materie und Energie, Bäume, Tier und Mensch sich nach der Erlösung sehnen, wusste auch der Apostel Paulus (vgl. Röm 8,19ff). Nur konsequent, dass sie auch von sich aus in den Jubel einstimmen, wenn der Herr kommt. Und einmal mehr angesichts der Ausbeutung und Abholzung durch uns.

Man kann vor dem Gedanken fast ein wenig schaudern: die Bäume feiern die Ankunft Gottes, denn er wird sie von der Gewalt der Menschen erlösen. Man kann aber ebenso mit Erstaunen feststellen, dass die Schöpfung uns nicht als seelenloses Material offenbart wird. Sondern als etwas, dass auf Gott harrt, durch ihn frei werden will. Einen Gedanken, den wir, so scheint mir, erst heute richtig erfassen können.

Alles, was ist, ist auf Gott hin geordnet, steht im Austausch mit ihm, wird von ihm erhalten. Gott ist nicht nur in unseren Herzen und Köpfen, ist nicht nur da, wo Menschen sind. Das Lichtermeer des Abendhimmels, der Schwarm der Fische, das Sternenzelt, das Rauschen der Bäume, die ganze belebte wie unbelebte Natur geben Zeugnis von ihm. Nicht nur als seine Fußspuren, sondern auch als eine Ouvertüre zu einer neuen Welt.

 

Einen Sommer voller Spuren und Klänge Gottes wünscht Ihnen
Pastor Meyer-Hansen