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Geistliches Wort

Dezember2022

Da wird der Wolf beim Lamm wohnen und der Panther beim Böcklein lagern. Kalb und Löwe werden miteinander grasen, und ein kleiner Knabe wird sie leiten.

Jesaja 11,6

 

Ach Weihnachten. Überladen mit Wünschen, Sehnsüchten, Hoffnungen. Seit jeher. Wundert das? Eigentlich nicht, feiern wir doch nichts weniger, als dass Gott Mensch wird. Da darf man Großes erwarten. Aber strenggenommen stimmt das nicht. An keinem einzigen Weihnachtsfest in unserem Leben wurde Gott Mensch. Nur einmal, damals in Bethlehem, für gut 30 Jahre. Ganz falsch ist es aber andererseits auch nicht. Alles, was wir tun, dient ja im Letzten dazu, die Freude über die Menschwerdung Gottes zu zelebrieren. Den Weihnachtsfriede zu erleben. Zumindest für einen seligen Augenblick.

Die alte Weissagung des Propheten Jesaja erinnert uns eben an jenen Frieden, der sein wird, wenn Gottes Reich anbricht. Kein gewöhnlicher, kein weltlicher Friede, bei dem Menschen untereinander zu der Einsicht kommen, sich bei Konflikten besser nicht mehr der Gewalt zu bedienen. Sondern ein göttlicher Friede, der alles ändert. Ein Friede, der nicht mehr gefährdet ist, ein ewiger Friede.

Dazu muss grundsätzlich etwas anders werden. Man kann über die dem Jesaja gegebene Einsicht eigentlich nur staunen. Oder gar erschaudern, wenn man ihre tiefe Wahrheit sieht. Ähnlich wie beim Schöpfungsmythos am Anfang der Bibel, in dem sich die Menschen im Paradies vegetarisch ernährt und erst nach dem Sündenfall  Fleisch gegessen haben, ist auch der hier verkündete Tierfrieden eine Einsicht, auf die man erst mal kommen muss. Wenn die Menschen Gewalt überwinden sollen, wenn echter ewiger Friede herrschen soll, dann muss dies auch unter den Tieren geschehen. Jesaja wusste nichts von der Evolutionstheorie, von der Abstammung des Menschen aus dem Tierreich. Aber dass es nicht reicht, die Waffen niederzulegen, war ihm offenbar klar. Es war ihm offenbart.

Das Bild, das hier entworfen wird, beschreibt den Frieden, den der Friedensfürst bringen wird. Er ist nicht von dieser Welt, er bedarf einer neuen Schöpfung, in der Kalb und Löwe... miteinander grasen werden. In Jesus, so glauben wir, hat diese neue Schöpfung bereits begonnen, ist die neue Welt Gottes im Anbruch. Passt es da nicht gut, dass sein Leben in einem Stall beginnt? Ach Weihnachten, es gibt schon einen sehr guten Grund, auch dieses Jahr wieder die Geburt Gottes auf Erden zu feiern.

Eine sehnsuchtserfüllte Advents- und Weihnachtszeit wünscht Ihnen
Pastor Meyer-Hansen