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Geistliches Wort

März/April 2021

 

Christus ist das Bild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene der ganzen Schöpfung.

Kolosser 1,15

Ein neuer Gedanke kann Kräfte frei setzen. Manchmal gar urknall-artig. Dann bleibt nichts wie es war, es entsteht ein neues gedankliches Universum. Erschließt sich uns ein größerer Zusammenhang, uns zuvor unbekannt, aber unser Leben verändernd von Grund auf, dann sind wir wie elektrisiert.  Dann setzt das Kräfte frei. Unbändig gar, wenn die Einsicht vielen zugleich einleuchtet.

So muss es den ersten Christen ergangen sein. Nur den wenigsten wurde es zuteil, dem auferstandenen Christus direkt zu begegnen. Paulus schreibt, dass es einmal bis zu 500 Menschen waren (1. Kor. 15,6). Viel ist das nicht, zumal auch nur in Jerusalem. Aber die allermeisten, die sich taufen ließen, damals wie heute, erleben den Auferstandenen in der Gemeinschaft: in den Taten der Liebe, in dem Feiern der Gottesdienste, im Wirken des Geistes.  Die direkte Begegnung mit Christus braucht es nicht. Etwas anderes zündet.

Der Vers des Kolosserbriefes benennt gleichsam diesen Urknall. Jesus wirkte wie ein Prophet – und war mehr als das. Jesus betete für seine Jünger wie ein Priester – und war mehr als das. Jesus litt wie der verheißene Gottesknecht – und war mehr als das. Jesus verstand sich selbst als Menschensohn – und war mehr als das. Er war der Gottessohn. Ein Wort, das auch die heidnische Umwelt damals verstand. Doch Gottessöhne gab es im antiken Götterhimmel zu Hauf. Was also zündet?

Christus ist eben doch mehr als ein Sohn Gottes, ein Kind Gottes wie wir alle. Er ist das Bild des unsichtbaren Gottes. Niemand hat Gott je gesehen, ja. Aber in Jesus Christus hat er uns ein Bild von sich gegeben. So wie Jesus, so ist Gott: einladend, heilend, liebend. An unserer Seite. Gott ist vielleicht Michelangelos alter Mann auf einer Wolke, er ist vielleicht Hieronymus Boschs Licht, in das man hineingeht, aber er ist in jedem Fall Jesus, der wahre Mensch, der uns willkommen heißt. Das zündet. Das elektrisiert – seit gut 2000 Jahren.

Eine glaubenstiefe und hoffnungsfrohe Passions- und Osterzeit wünscht Ihnen
Pastor Meyer-Hansen