Geistliches Wort

Juli/August 2019

 

Geht und verkündet: Das Himmelreich ist nahe!   (Mt. 10,7​)

„Irgendwo auf der Welt gibt es ein kleines bisschen Glück / und ich träum davon in jedem Augenblick. [...] Irgendwo auf der Welt fängt mein Weg zum Himmel an, / irgendwo, irgendwie, irgendwann.“ So singen die Comedian Harmonists 1932 in einem ihrer schönsten Lieder. Vom Wunsch, einmal doch das wahre Glück zu finden. Das, was etwas völlig anderes ist als die alltägliche Pause, der gewöhnliche Genuss, die gelegentliche Freude. Ein Glück eben, das nichts weniger als einen Weg zum Himmel markiert.

Glück und Himmel, das gehört offenbar zusammen. Logisch, irgendwie. Tiefes Glück empfindet, wer nicht nur gerade Glück hat, sondern wem zugleich die Welt und die eigene Zukunft in einer stimmigen Harmonie erscheinen. Wem alles möglich und jede Entscheidung zielführend erscheint. Wer und wem nicht(s) verloren gehen kann. Glück ist mehr als Spaß und Happiness. Es bedeutet Glückseligkeit.

Wo das Himmelreich nahe ist, da erfahren wir Glück. Welches Glück mögen die Eltern verspürt haben, als Jesus ihre tote Tochter wieder auferweckt hat (Mk 5,35ff)? Welches Glück mag den Gelähmten durchfahren haben, als  er plötzlich wieder gehen konnte (Mk 2,1ff)? Wie glücklich muss Petrus gewesen sein, als er erfuhr, dass Jesus ihm seine Verleugnung vergeben hat (Joh 21,15ff)? Das Himmelreich ist nahe, sollen wir verkünden.

Weder Glück noch Himmel können wir auf die Erde holen. Aber dass beides nahe ist, wo wir willkommen heißen, Schuld vergeben, Gaben teilen, wo wir den Auferstandenen bezeugen, vom Universum als Schöpfung sprechen, in der Geschichte von Gottes Geist reden, - das können wir verkünden. Und wer weiß, vielleicht gesellt sich zu manch neuer Perspektive Glückseligkeit hinzu. Fern liegt sie nicht.

Einen Sommer Seligkeit wünscht Ihnen
Ihr Pastor Meyer-Hansen

               

 

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