März 2017 Maria-Magdalenen-Kirche

Monatsspruch April:
Was sucht ihr den Lebendigen bei den Toten? Er ist nicht hier, er ist auferstanden.

Luk. 24, 5-6

Dieser Satz geht schon über die Passion Jesu hinaus. Bevor Jesus wieder leben darf, muss er zuvor sterben. Warum Gott keinen anderen Weg als diesen wählt, wissen wir nicht, und wir werden dies auch wohl nie so recht verstehen. Jesu Tod umgeben Geheimnisse, die wir letztlich nicht erklären können. Die einen sahen in Jesus das Heil, die anderen das Unheil der Welt. Letztere setzten sich durch. In einem zweifelhaften Verfahren und mit schlechtem Gewissen des Pilatus wird Jesus hingerichtet: Durch das Kreuz, den schändlichen Tod für Nichtrömer. Ein schlimmes Ende.
Dem ein erstaunlicher Anfang folgt. Von einem Schrecken begleitet wie das Ende drei Tage zuvor. Die Frauen am Grab Jesu wollen einen letzten Liebesdienst erweisen und den Leichnam salben. Aber sie finden den toten Jesus nicht. Stattdessen sehen sie einen Engel, der ihnen sagt: "Was sucht ihr den Lebendigen bei den Toten? Er ist nicht hier, er ist auferstanden."
Hatte Jesus nicht angekündigt, dass er nicht tot bleibt und Gott mehr Möglichkeiten weiß, als wir uns vorstellen können? "Bei Gott ist kein Ding unmöglich", das hatten die Frauen doch gehört. Aber Hören und Glauben sind verschiedene Dinge. Das kenne ich auch von mir, dass ich nicht glauben kann, was geschehen ist oder gerade geschieht. Sei es beim Heil oder beim Unheil. Kann das denn wahr sein?, frage ich mich dann. Und wenn mich schon bei Menschen und ihrem Tun diese Frage bewegt, wieviel mehr bleiben mir dann die Möglichkeiten Gottes verschlossen. So ist es, wie es mir mit Gott ergeht: Ich sehe, ich staune, aber glauben und für wahr halten - das kommt erst lange Zeit später. Manchmal dauert es Jahre.
Bei den Frauen dauerte es viele Stunden, bei den Jüngern noch etwas länger. ER lebt, das kann man nicht für möglich halten. Aber möglich wird es durch Gott, und es folgt darauf als Antwort der Jubel, das gegenseitige Umarmen, das Erzählen und andere Taten. Wer glaubt, dass ER lebt, lebt anders. Mit etwas Heiterkeit in allem. Schließlich wird es bei mir ebenso sein. Ich sterbe, ja, und dann lebe ich bei Gott. Für immer. Und in großer Freude.

Dietrich Jenner (nach Michael Becker)